Wasserkartellbehörde verfügt Preissenkung um rund 30 Prozent gegenüber der EnBW

Kunden können auf Rückzahlungen hoffen

Die Preiserhöhung der EnBW um 9,3 Prozent zum 01.08.2012 hat die Wasserkartellbehörde des Landes zum Anlass genommen, den Stuttgarter Tarifwasserpreis ab dem Jahr 2007 unter die Lupe zu nehmen. Sie ist zum Ergebnis gekommen, dass die von der EnBW geltend gemachten Kosten überzogen sind und die Preisbildung einer effizienten und preiswürdigen Trinkwasserversorgung widerspricht. Auch im Vergleich mit den Preisen anderer privater Trinkwasserversorger im Land zeigt sich dasselbe Ergebnis. Nach Ansicht der Kartellbehörde muss ab dem Jahr 2007 anstatt des missbräuchlich überhöhten Preises ein um rund 25 bis 30 Prozent abgesenkter Preis angelegt werden.

Sollte die Entscheidung bestandskräftig werden oder sich die Kartellbehörde in einem möglichen Rechtsstreit vollumfänglich durchsetzen, können die Stuttgarter Kunden mit Rückzahlungen rechnen. Deren Umfang richtet sich nach den vergangenen Rechnungsbeträgen. Ein Vier-Personenhaushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von jährlich 150 Kubikmeter könnte beispielsweise mit einem Rückzahlungsbetrag von insgesamt bis zu 900 Euro rechnen.

In Stuttgart zahlen die Verbraucher ab dem 01.08.2012 bei einer jährlichen Abnahme von 150 Kubikmetern einen Bruttopreis von 430,32 Euro, das heißt umgerechnet 2,87 Euro je Kubikmeter. In Schramberg beispielsweise sind es aktuell 373,38 Euro (2,49 Euro je Kubikmeter), in Bad Säckingen sind es gar nur 268,38 Euro (1,79 Euro je Kubikmeter).

Die Energie- und Wasserkartellbehörde des Landes im Umweltministerium ist nur zuständig für die kartellrechtliche Missbrauchskontrolle von preisbildenden Trinkwasserversorgern, nicht aber für öffentliche Wasserversorger, die Trinkwassergebühren erheben. Eine landesweite Preisübersicht kann unter www.versorger-bw.de abgerufen werden.